Nasenbruch & Bänderverletzung: HSG Konstanz muss länger auf Joschua Braun verzichten

Linkshänder hofft auf Comeback im neuen Jahr

2. Bundesliga, Männer, Aktuelle News

Joschua Braun ist hart im Nehmen. Bereits Anfang Oktober gegen Aue verletzte er sich am Daumen, aufhalten ließ er sich davon jedoch nicht. Als im harten Match gegen Emsdetten allerdings die Nase gebrochen wurde und eine weitere Bänderverletzung an der Hand hinzukam war Schluss. Die Nase musste operiert, die Hand ruhiggestellt werden. Damit ist das Jahr 2019 für den zuvor richtig gut in der 2. Bundesliga angekommenen Linkshänder gelaufen.

Die Folgen sind zwar noch leicht zu sehen, spürbar sind sie aber noch sehr. In der ersten Zeit nach dem Duell, das auch noch knapp und unglücklich mit 29:30 durch einen umstrittenen Siebenmeter nach Schlusspfiff entschieden wurde, war Braun heftig gezeichnet. „Nein“, sagt er dem Verfasser dieser Zeilen mit einem Lächeln, „ein Bild davon sollten wir besser nicht verwenden.“ Grün und blau war das Gesicht, dick angeschwollen. Dazu musste er einen Nasenaufsatz tragen, um sie zu stabilisieren, in ihr waren Wattebäusche eingeführt. „Atmen ging nur durch den Mund“, so Braun. Vor allem beim Essen eine lästige Sache.

Passiert war dies alles bei einem Ellenbogenschlag ins Gesicht, bei einer Abwehraktion schon nach rund zehn Spielminuten. Es sollte jedoch noch nicht das Aus sein – zumindest vorläufig. Der 21-Jährige spielte weiter, kämpfte, gab noch einmal alles an einem Tag, an dem bei seiner Mannschaft ohnehin nicht viel zusammenlaufen wollte. Nach 20 Minuten der nächste schmerzhafte Zusammenprall. Nun trug Braun eine Platzwunde am Kinn davon. Und wieder machte er nach kurzer Behandlungspause weiter. Doch in der zweiten Halbzeit war dann endgültig Schluss. Mittlerweile geht es ihm wieder besser, kommen wieder ein paar mehr Stunden Schlaf pro Nacht zusammen. Und auch das Sportverbot ist mittlerweile wieder aufgehoben worden. „Ich darf wieder ins Fitnessstudio“, erzählt er mit einer Mischung aus Erleichterung und Freude. „Im neuen Jahr will ich dann wieder voll angreifen.“ Im Januar steht die Vorbereitung auf die Rückrunde in der EM-Spielpause bevor. Für Braun die Gelegenheit, im Februar wieder als der Leistungsträger in Abwehr und Angriff zurückzukehren, der er bis zu seinem verletzungsbedingten Ausfall schon war.

Die beiden Athletiktrainerinnen der HSG Konstanz, Cleo Oexle und Jessica Bregazzi, haben ihm schon einen individuellen Trainingsplan zusammengestellt. „Um in Sachen Kraft und Koordination auf dem Level zu bleiben“, erklärt der gebürtige Laupheimer, der als Torschützenkönig der A-Jugend-Bundesliga im Sommer 2017 von Frisch Auf Göppingen an den Bodensee kam. Das Aufbautraining hat bereits diese Woche begonnen, doch die Enttäuschung über das abrupte Ende der Hinrunde schwingt natürlich noch mit. „Richtig ärgerlich“, findet der Mathematikstudent. Denn: „Ich war gut drin, es hat total Spaß gemacht. Schade, dass ich nun vorerst nicht mehr helfen kann.“ Beim wichtigen 31:28-Heimsieg gegen Dormagen saß er am Spielfeldrand, dicht bei der Mannschaft und feuerte seine Teamkameraden lautstark an. Braun: „Das war cool. Die Jungs haben an die starke Leistung in Lübbecke angeknüpft und einen ganz wertvollen Sieg geholt.“ Nun trennen die HSG nur noch zwei Punkte von Platz neun der 2. Bundesliga. Am 23. November kommt der Tabellenzweite HSC 2000 Coburg mit dem Ex-Konstanzer Konstantin Poltrum zwischen den Pfosten zum Vergleich in den Hexenkessel Schänzle-Hölle. „Die 2. Liga ist schon eine enge Kiste. Wenn du nicht um den Aufstieg spielst, dann fast schon gegen den Abstieg. Wenn wir wieder gut spielen, ist aber auch gegen eine Topmannschaft wie Coburg etwas möglich.“ Er selbst wird dann wieder seinen Platz am Spielfeldrand einnehmen. Und wie immer alles geben, was möglich ist. Zunächst nur als moralische Unterstützung. Im Februar dann, so hoffen die Konstanzer, wieder auf im rechten Rückraum und auf Rechtsaußen.

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Datum: 21.11.2019 | Autor: Andreas Joas (HSG Konstanz)

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