HBF kompakt: Kopf an Kopf um die Meisterschaf

Kurpfalz Bären und 1. FSV Mainz 05 steigen auf

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Auch am vorletzten Spieltag der Handball Bundesliga Frauen haben sich die beiden Spitzenteams schadlos gehalten. Beide Teams kassierten in der laufenden Saison jeweils nur eine Niederlage und diese im direkten Vergleich. Bei Punktgleichheit am Saisonende würde die Tordifferenz entscheiden. Diesen Trumpf hat die SG BBM Bietigheim in der Tasche und kann so aus eigener Kraft am kommenden Samstag die Meisterschaft perfekt machen. Buxtehude sicherte sich unterdessen den vierten Platz und auch die Aufsteiger aus der 2. Liga stehen so gut wie fest. Im Wettstreit um die Meisterschaft hat sich die SG BBM Bietigheim auch beim Tabellenvorletzten SV Union Halle-Neustadt keine Blöße gegeben. "Es war ein ganz klarer Arbeitssieg. Halle-Neustadt hat es uns wahrlich nicht leicht gemacht. Wir haben dennoch wieder viele Tore erzielt und guten Tempohandball geboten", freute sich Bietigheims Coach Martin Albertsen über den am Ende klaren 37:24 (17:11) Auswärtserfolg, mit dem der Vorsprung in der Tordifferenz vor dem punktgleichen Thüringer HC auf +30 anstieg. Bei einem Sieg am letzten Spieltag dürfte Bietigheim die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen sein. "Wir freuen uns auf das Saisonfinale nächste Woche zuhause gegen Frisch Auf Göppingen", so Albertsen für den es mit seinem Team in zwei Wochen beim OLYMP Final4 im DHB-Pokal erneut gegen Halle gehen wird. 

Auch das zweite Halbfinale beim Pokal-Showdown in Stuttgart stand am vorletzten Spieltag der Liga auf dem Programm, es lautet Thüringer HC gegen TuS Metzingen. An diesem Wochenende feierte der THC einen deutlichen 36:26 (17:13) Auswärtserfolg. "Wir haben von Anfang an auf einem hohen Level gespielt. Alles hat funktioniert und das konnten wir über sechzig Minuten durchziehen", so THC-Coach Herbert Müller, dessen Team im Meisterschaftskampf somit den Druck auf Bietigheim aufrecht erhält. Mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen Bad Wildungen könnten am Ende 50:2 Punkte zu Buche stehen - und eventuell doch nicht für den Titel reichen. Metzingen wird die Saison auf dem dritten Platz beenden. Trainer Andre Fuhr sieht mit Blick auf das Final4 im Pokal aber einige Verbesserungsmöglichkeiten: "Wir haben viel probiert, wenig hat funktioniert. In der zweiten Halbzeit haben wir extrem schlecht verteidigt, sind in keine Zweikämpfe mehr gekommen", erklärte der TuS-Trainer. 

Mit einem überzeugenden 35:24 (15:10) bei der HSG Bad Wildungen hat der Buxtehuder SV sich für den EHF-Cup in der kommenden Saison qualifiziert. Einen Spieltag vor dem Saisonende kann das Team von Dirk Leun nicht mehr von Rang vier verdrängt werden. "Es ist nicht selbstverständlich, dass wir so deutlich hier gewinnen. Bad Wildungen hatte uns taktisch überrascht. Die Deckung stand gut und war beweglich. Das war nicht einfach für uns. Wir haben dann umgestellt und auf das Tempo gedrückt", zeigte sich BSV-Trainer Dirk Leun zufrieden und bilanzierte: "Wir haben den ersten Matchball genutzt und können mit der Saison zufrieden sein. Es war keine einfache Saison. Die Mannschaft hat sich super entwickelt. Wenn wir am Ende unter zwanzig Minuspunkten bleiben, ist es ein grandioses Ergebnis." 

In vollem Gange ist unterdessen der Kampf um den fünften Platz, diesen verteidigte der TSV Bayer 04 Leverkusen vor der HSG Blomberg-Lippe - nach dem 24:24 (11:15)-Unentschieden im direkten Duell haben die Werkselfen im Vergleich mit der punktgleichen HSG weiterhin die um sechs Treffer bessere Tordifferenz auf ihrer Seite. "Ein gerechtes Ergebnis", waren sich Leverkusens Coach Robert Nijdam und Blombergs Trainer Steffen Birkner nach der Punkteteilung einig. Nach einem zwischenzeitlichen 4:10 hatte Leverkusen beim 19:18 wieder die Führung übernommen und diese dann erneut verloren - beide Teams hatten in dem packenden Duell die Chance auf den Sieg. Während Blomberg am letzten Spieltag auf Metzingen trifft, spielt Leverkusen gegen Neckarsulm. "Aber Rechenspiele mag ich nicht. Wir wollen einfach nur auch am Samstag gewinnen", gab Nijdam die Richtung vor. 

In Lauerstellung hinter den beiden Clubs liegt Borussia Dortmund, das aufgrund der 24:32 (12:15)-Niederlage beim VfL Oldenburg nun einen Punkt weniger auf der Habenseite hat. Mit einem Sieg gegen Halle-Neustadt könnten die Schwarz-Gelben am Ende aber bei Ausrutschern der Konkurrenten die lachenden Dritten sein. "Das Ergebnis ist eine riesige Enttäuschung, wir haben es von der Mentalität her in Abwehr und Angriff einfach nicht hinbekommen", kritisierte BVB-Coach Gino Smits den Auftritt seiner Mannschaft in Oldenburg. Die Gastgeberinnen freuten sich unterdessen über den gelungen Heimabschluss. "Glücklich über meine aber auch die gute Leistung der gesamten Mannschaft", zeigte sich die fünffach erfolgreiche Kristina Logvin. VfL-Coach Niels Bötel fügte an: "Wir wollten es noch einmal allen zeigen das wir es können und das ist uns gelungen." 

Die Schwaben Hornets des TV Nellingen konnten sich in ihrem letzten Heimspiel hingegen nicht mit einem Erfolgserlebnis von ihren Fans verabschieden, gegen die HSG Bensheim/Auerbach gab es am Ende eine 25:29 (11:15)-Niederlage. "Wir haben zehn technische Fehler in der ersten Hälfte gemacht, damit kann man nicht zufrieden sein, denn das können wir definitiv besser. Die zweite Hälfte war dann purer Kampf, aber es hat das letzte Quäntchen gefehlt", analysierte Nellingens Coach Ralf Rascher. Bensheim verteidigt mit dem Sieg den neunten Platz und will diesen auch am letzten Spieltag im direkten Duell gegen Oldenburg behaupten. "Wir haben heute ein paar Probleme gehabt, aber das ist nicht wichtig, denn wir haben zwei Punkte geholt und nur das zählt", so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm. 

Auf welchem Platz sie die Saison beenden werden, das wissen Frisch Auf Göppingen und die Neckarsulmer Sport-Union bereits. Nach dem 28:21 (12:10)-Erfolg hat Göppingen auf dem achten Tabellenplatz drei Punkte Abstand nach oben und unten, bei Neckarsulm auf dem zwölften Rang sind es sogar jeweils fünf. "Um in Göppingen zu gewinnen, war es bei meiner Mannschaft heute vor allem im Angriff auf einzelnen Positionen zu wenig. Wir wollten nach dem Klassenerhalt befreit aufspielen und um mögliche Derbypunkte kämpfen, das haben wir heute allerdings nicht geschafft", erklärte NSU-Trainer Pascal Morgant nach der Partie. Für sein Team geht es am letzten Spieltag nach Leverkusen, Göppingen versucht Bietigheim auf dem Weg zur Meisterschaft ein Bein zu stellen. 

Die Aufsteiger, die die Plätze vom TV Nellingen und dem SV Union Halle-Neustadt einnehmen werden, stehen ebenfalls so gut wie fest. Der 1. FSV Mainz 05 setzte sich gegen BSV Sachsen-Zwickau durch, die Kurpfalz Bären der TSG Ketsch holten zwei Punkte gegen die Füchse Berlin und haben so beide 46:12 Punkte. Mit einem Erfolg bei Meister HL Buchholz 08-Rosengarten, der allerdings auf den Aufstieg verzichtet, hat der TV Beyeröhde-Wuppertal die theoretische Chance auf den dritten Platz zwar aufrecht erhalten, doch der TVB liegt nicht nur zwei Punkte hinter Mainz und Ketsch, die bei Punktgleichheit entscheidende Tordifferenz ist um 67 Treffer schlechter als die der Kurpfalz Bären. Sowohl Mainz wie auch Ketsch hatten für den Fall der sportlichen Qualifikation die Lizenz für die 1. Bundesliga erhalten.

Datum: 13.05.2019 | Autor: PM Handball Bundesliga Frauen

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