Christian Pöhler: "Wollen als Verein systemisch weiter wachsen"

Der HC Elbflorenz ist also nicht die TSG Hoffenheim des Handballs?

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Herr Pöhler, Sie halten seit einem Jahr das sportliche Ruder in Dresden in der Hand. Was hat Sie im vergangenen Sommer dazu bewogen, sich dem HC Elblforenz anzuschließen?

Christian Pöhler: Es war die Mischung aus sportlicher Ambition, den einzigartigen Rahmenbedingungen wie der sportbegeisterten Stadt Dresden und der neuen Halle und dem richtigen Zeitpunkt. Das hat damals für mich alles ganz genau gepasst. Wahrscheinlich hätte ein Faktor alleine schon ausgereicht, um sich für die Aufgabe zu entscheiden. Aber alle drei zusammen haben mir die Entscheidung dann recht leicht gemacht.

Profi-Handball in Dresden zu etablieren war immer das große Ziel des HC Elbflorenz. Jetzt mischen Sie die 2. Handball-Bundesliga kräftig auf. Was geht da im Cheftrainer vor?

Christian Pöhler: Ich muss die emotionale Seite als Trainer so weit wie möglich ausblenden und mich vor allem aufs Sportliche konzentrieren. Wir haben schon zu Saisonbeginn gesehen, dass wir aus jedem Spiel Punkte mitnehmen können. Da darf das Wissen darum, dass es die ersten Heimspiele in der neuen Arena und generell die ersten Bundesliga-Spiele für Dresden sind, nur Begleiterscheinung sein, die uns nicht aus der Bahn wirft.

Wie sieht die Marschroute für die erste Saison in der 2. Handball-Bundesliga aus?

Christian Pöhler: Eine konkrete Zielsetzung ist in dieser Liga nur schwer zu formulieren, weil man das Leistungsniveau der anderen Mannschaften nur schwer einschätzen kann. Natürlich sind wir gekommen, um zu bleiben. Das heißt, wir wollen den Klassenerhalt so früh wie möglich sichern, im besten Fall eine sorgenfreie Saison spielen. Intern haben wir uns viele kleine Etappenziele gesetzt. Wie diese genau aussehen, kann ich aber selbstverständlich nicht verraten.

Bei den schon angesprochenen positiven Rahmenbedingungen in Dresden – wo soll es perspektivisch mit dem HC Elbflorenz hingehen?

Christian Pöhler: Wir haben in den letzten Jahren durchaus gelernt, trotz all den positiven Voraussetzungen demütig zu bleiben. Einige Male haben wir den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga knapp verpasst, da galt es dann schon, Enttäuschungen zu verarbeiten. Auch wenn von außen vielleicht herangetragen wird, dass wir kein klassischer Aufsteiger sind, hat der Kampf um den Klassenerhalt erste Priorität. Wir sind gut gerüstet für die neue Klasse, aber auch die übrigen Liga-Neulinge sind stark aufgestellt. Es geht also vorerst darum, sich im ersten Jahr so gut wie möglich zu präsentieren. Alles, was danach kommt, stellen wir erst einmal hinten an.

Der HC Elbflorenz ist also nicht die TSG Hoffenheim des Handballs?

Christian Pöhler: Diesen Vergleich kann man nur bei recht oberflächlicher Betrachtung ziehen (lacht). Eines unserer großen Ziele ist es, als Verein systemisch weiter zu wachsen. In dieser Hinsicht sind wir bislang nicht einmal mit Liga-Konkurrenten vergleichbar, erst recht nicht mit den Fußballern von Hoffenheim. Wir sind mit der ersten Männermannschaft konkurrenzfähig. Aber wir wollen den Unterbau noch viel mehr in den Fokus rücken, perspektivisch einen starken Nachwuchs entwickeln, der dann eine Basis für die Profi-Mannschaft sein kann. Indem wir noch nachhaltiger arbeiten, haben wir hoffentlich bald auch wieder waschechte entwickelte Dresdner in der Mannschaft. Wenn ich da auf Konkurrenten wie Rimpar schaue, brauchen wir noch viel mehr von diesen Jungs.

Datum: 13.09.2017 | Autor: PM DKB HBL

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