• HSG Ettlingen/Bruchhausen
  • 30:29 (14:16)
  • SV Langensteinbach

Das perfekte Happy End eines wahrhaftigen Handball-Thrillers

HSG Ettlingen/Bruchhausen gewinnt Verbandsligaduell gegen SV Langensteinbach mit 30:29

Männer, Spielbericht, Badischer Handball-Verband (BHV), Karlsruhe, Aktuelle News, Verbandsliga

Dieses Drehbuch kannst du dir gar nicht ausdenken! Passend zum Prestigeduell mit dem SV Langensteinbach hat die HSG Ettlingen/Bruchhausen der an dramatischen Wendungen gewiss nicht armen Saison vorläufig die Krone aufgesetzt.

Ohne die drei Feldspieler Lukas Ehrmann, Jonas Weiß und Florian Würzberger, dafür mit dem im Winter aus ausgerechnet Langensteinbach zurückgekehrten Alexander Ostrowski im Tor präsentierten sich die Hausherren von Beginn an zupackend und zielstrebig. Die vergangenen sportlichen Erfolge sowie die lokale Rivalität schienen auch die letzten mentalen Prozente aus der Truppe von Chefcoach Roland Mächtel herauszukitzeln. Auf der anderen Seite stand mit dem Sportverein ein mindestens ebenso hochmotivierter und bestens eingestellter Kontrahent, weshalb sich weitestgehend ein intensiver Schlagabtausch auf Augenhöhe abzeichnete. In welchem die Gäste ab Mitte des zweiten Durchgangs allmählich leicht die Oberhand erlangten. Der marginale Unterschied resultierte vor allem aus der nachlassenden Defensivleistung Ettlingens, wohingegen Langensteinbach sein Abwehrbollwerk buchstäblich zu stabilisieren wusste. Folgerichtig ging es mit 14:16 in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel schien sich der eingesetzte Trend allmählich zu verstetigen und der SVL zog hin und wieder auf an diesem Tage verhältnismäßig deutliche drei Tore Abstand davon. Doch immer als der Rivale aus einer Angriffssituation heraus für noch etwas klarere Verhältnisse hätte sorgen können, stemmte sich die HSG dem kampfeslustig entgegen und kam dank eines zur gewohnten Treffsicherheit zurückgekehrten Rückraums, eines glänzend aufgelegten Ostrowskis und daraus ermöglichten zügigen Gegenstößen sowie einer außerordentlichen Ausdauer bis in die Schlussviertelstunde hinein auch ergebnismäßig zurück. Bezeichnend, dass Trainer Mächtel auch in kritischen Phasen auf eine Auszeit verzichtete und sich im Nachhinein in der Eigenverantwortlichkeit seines Teams bestätigt wissen durfte.

Das zurückerlangte Selbstverständnis bei der Spielgemeinschaft personifizierte unter anderem Hannes Freyer, der sich auch von einem Siebenmeter an die Latte nicht beirren ließ und nach zuvor zwei verwandelten Strafwürfen beim Stand von 28:29 erneut unglücklich am Pfosten scheiterte. Angesichts eines weiteren Innenpfostentreffers von Lukas Degel dazwischen hätte die Partie drei Minuten vor Schluss prinzipiell schon entschieden sein können. Wäre aber auch zu einfach und der kochenden Atmosphäre in der Franz-Kühn-Halle gegenüber nicht passend gewesen. Bemerkenswert, wie die Ettlinger Jungs sich von der allgemeinen Hektik nicht anstecken ließen, trotz zunehmender Zeitstrafen die Ruhe bewahrten und nach den vergebenen Matchbällen füreinander in die Bresche sprangen. Bezeichnend außerdem, dass die Ettlinger Mauer in den letzten 5:35 Minuten keinen Treffer mehr gestattete und so ein 27:29 durch Yannik Espe, Toptorschütze Julian Frauendorff und Matchwinner Philipp Karasinski in den 30:29 Endstand umbogen!

Trotz noch einer knappen Minute Restspielzeit hielten sich in Anbetracht des Ettlinger Behauptungswillens Befürchtungen eines abermaligen Ausgleichs irgendwie in Grenzen. Und tatsächlich entschied der Gastgeber am Ende eine Partie, die eigentlich keinen Verlierer verdient hatte, unter frenetischen Jubelstürmen knappestmöglich für sich. Das perfekte Happy End eines wahrhaftigen Handball-Thrillers.

HSG Ettlingen/Bruchhausen: Ostrowski, Zaum – Frauendorff (7), F. Broschwitz (1), Freyer (6/2), Ibach, Röpcke (3), Karasinski (5), Maak, Degel (5), Espe (2), T. Broschwitz (1), Schäddel

Datum: 07.03.2017 | Autor: Daniel Grawe

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