• HC Neuenbürg 2000
  • 29:29 (19:14)
  • HSG Ettlingen/Bruchhausen

Mutige HSG ringt Tabellenführer Neuenbürg einen verdienten Punkt ab

Verbandsliga: HC Neuenbürg 2000 – HSG Ettlingen/Bruchhausen: 29:29 (19:14)

Männer, Spielbericht, Badischer Handball-Verband (BHV), Karlsruhe, Aktuelle News, Verbandsliga

In einer hektischen und an Dramatik kaum zu überbietenden Endphase ringt die HSG Ettlingen/Bruchhausen dem Tabellenführer und Favoriten aus Neuenbürg mit einem starken Endspurt, trotz eines 4-Tore-Rückstands in der 56. Spielminute, noch einen verdienten Punkt ab. Währenddessen die Freude bei den Albstädtern beim Klang der Schlusssirene keine Grenzen kannte, standen die Spieler und Trainer des HCN fassungslos in der Stadthalle in Neuenbürg. Durch den verlorenen Punkt ging die Tabellenführung zum Konkurrenten TSV Rot über, bei welchem es am kommenden Wochenende für Neuenbürg zum Showdown um die Tabellenführung und um eine erste Vorentscheidung bzgl. eines möglichen Aufstiegs in die Badenliga geht.
Dabei sah es zu Beginn des Spiels nach einer klaren Sache für den HCN aus. Der Gastgeber begann mit einer kompakten Abwehr und einem sicheren und schnellen Angriffsspiel im Stile eines Tabellenführers. Die HSG hingegen kam nicht recht ins Spiel und scheiterte mit teilweise überhasteten Aktionen und Unkonzentriertheiten an der Abwehr oder am sehr gut aufgelegten HCN-Keeper Florian Eitel. Nach 7 Minuten musste man beim Spielstand von 7:1 das Schlimmste befürchten. Nach der ersten Auszeit von Chefcoach Roland Mächtel kamen die Ettlinger jedoch immer besser ins Spiel und verhinderten einen höheren Rückstand. Mit Tobias Broschwitz und Florian Würzberger fehlten zwei Akteure verletzungs- bzw. krankheitsbedingt. Deshalb entschloss sich der Trainerstab, den sich derzeit auf Heimaturlaub befindenden weltreisenden Stammkeeper Felix Spohn zu nominieren und so mit drei Keepern anzutreten. Diese mutige und unkonventionelle Entscheidung sollte am Ende ausschlaggebend für den Erfolg sein.
Aber der Reihe nach. Neuenbürg war weiterhin das spielangebende Team, wenngleich der Ettlinger Rückraum angetrieben von Philipp Karasinski, Hannes Freyer und Julian Frauendorff immer öfters einnetzte und den am Kreis sehr gut agierenden Lukas Ehrmann in Szene setze. Im Tor rotierte Chefcoach Mächtel kräftig durch und nach einem guten Start von Dominic Zaum kam Alex Ostrowski und hielt, was zu halten war. Felix Spohn durfte im Verlaufe des Spiels bei 7m-Strafwürfen auf die Platte und konnte anfangs gegen den sicher agierenden Timo Bäuerlein auch nichts ausrichten. Beim Spielstand von 19:14 wurden die Seiten gewechselt.
Die zweite Halbzeit startete, wie die erste endete. Jedoch mit einer Ausnahme: Timo Bäuerlein zeigte in der 32. Minute am 7m-Punkt Nerven und vergab erstmalig gegen den an diesem Tag bis in die Haarspitzen motivierten Felix Spohn! Die Ettlinger kamen immer besser ins Spiel, was sich jedoch noch nicht im Ergebnis ausdrücken wollte. Der zweite verschossene 7m in der 40. Minute war dann der finale Weckruf und Chefcoach Mächtel traf die mutige Entscheidung und ließ 7m-Killer Spohn auf der Platte und der Krimi begann. Die bittere Disqualifikation von Jonas Weiß, der einen tempogegenstoßlaufenden Neuenbürger leicht anrempelte, geriet dabei fast in den Hintergrund. Die HSG holte nun Tor um Tor auf und netzte von fast allen Positionen ein. In der 47. Minute schmolz der Vorsprung erstmalig auf 3 Tore (25:22) zusammen und Ettlingen kämpfte engagiert und erhöhte der Druck auf den Favoriten. Als der Abstand in der 56. Minute jedoch erneut 5 Tore betrug, machten sich die angereisten Zuschauer keine wirklichen Hoffnungen mehr, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Ettlingens Chefcoach Mächtel nahm nochmals eine Auszeit und ermahnte seine Jungs, jetzt nicht nachzulassen und noch unnötige Tore zu kassieren. Die Auszeit schien jedoch ungeahnte Kräfte bei den Albstädtern freizusetzen und Neuenbürg, eines sicheren Siegs gewiss, in Trance zu versetzen.
Hannes Röpcke und Lukas Ehrmann verkürzten binnen 60 Sekunden auf 29:26 und Marco Langjahr vom HCN wurde gleichzeitig für 2 Minuten des Feldes verwiesen. Felix Spohn nagelte das Tor der Ettlinger zu und Hannes Röpcke und Julian Frauendorf verkürzten in der 59. Minute zum 29:28. Jetzt kochte die Halle und die bis dahin gut agierenden Schiedsrichter hatten alle Hände voll zu tun, das Spiel in geordneten Bahnen zu halten. Die überkochenden Emotionen führten dazu, dass auch HCN-Keeper Florian Eitel auf der Strafbank Platz nehmen durfte. In Überzahl eroberten die Albstädter 10 Sekunden vor Spielende nochmals den Ball und Julian Frauendorff markierte den verdienten, aber auch glücklichen Ausgleichstreffer.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die HSG Ettlingen/Bruchhausen zurück in der Spur ist und die Verbandsliga jedes Wochenende mit unerwarteten Spielergebnissen unberechenbar bleibt.
HSG Ettlingen/Bruchhausen: Ostrowski, Zaum, Spohn – Frauendorff (7), Weiß (1), F. Broschwitz, Freyer (5/4), Ibach, Röpcke (3), Karasinski (5), Degel (3), Espe (1), Ehrmann (4)

Datum: 06.02.2017 | Autor: Frank Roth (HSG Ettlingen/Bruchhausen)

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